DEMO - Kirche des Heiligsten Herzens unseres Herrn
Christusstatue
Dominierend im Inneren steht eine majestätische Christusstatue mit offenen Armen und leuchtendem Herzen, umgeben von einer flammenden Aureole, genannt Mandorla. Diese Mandorla – eine das ganze Körper umfassende Gloriole – ist in der christlichen Ikonographie allein Christus und der Jungfrau Maria vorbehalten und symbolisiert deren Sündlosigkeit: Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, blieb stets ohne Sünde, während Maria durch Gottes Gnade vor Sünde bewahrt wurde. Die Statue stammt aus dem Jahr 1934, ist drei Meter hoch, aus Lindenholz geschnitzt, teilweise vergoldet, und wurde ebenso wie die sechs anderen Statuen an der Stirnwand von Bildhauer Damián Pešan geschaffen.
Kirchenfenster
Die nach Entwürfen von Karel Svolinský gestalteten Kirchenfenster zeigen sich wiederholende Symbole von tiefer Bedeutung: ein brennendes Herz (Christi Liebe), Nägel (seine Leiden), Phönix (Auferstehung), Ähren, Trauben und Fische. Ähren und Trauben symbolisieren Brot und Wein, die in der Eucharistie zu Christi Leib und Blut werden. Der Fisch war das geheime Zeichen früher Christen vor dem Mailänder Edikt (313). Das griechische Wort „Ichthys“ (Fisch) bildet ein Glaubensbekenntnis: Iésús Christus, Gottes Sohn, Retter.
Pieta
Für jede geraubte Freiheit muss man die Verantwortung auf sich nehmen. Den toten Leib Jesu vom Kreuz abzunehmen – das ist nicht schwer. Aber wie soll man ihn der Mutter übergeben? Wie ihr in die Augen blicken? Wie ihr leidendes Herz trösten? Auch ich habe sie zur Schmerzensmutter gemacht. So stehe ich heute in Demut unter dem Kreuz und richte all meine Hoffnung auf Jesus – damit ich hören darf: „Sohn, siehe da, deine Mutter. Mutter, siehe da, dein Sohn.“ Nur eine solche Hoffnung kann mich zur Auferstehung führen. Die Skulpturengruppe ist ein farbig gefasster Gipsabguss der Pietà vom Grabmal Jiří Rückls auf dem Vyšehrader Friedhof, geschaffen von Hanuš Folkman.
Statue des heiligen Christophorus
Die Statue des hl. Christophorus aus poliertem istrischem Marmor wurde von Bedřich Stefan geschaffen. Der Heilige ist mit dem Jesuskind auf seiner linken Schulter dargestellt, während er einen wilden Fluss überquert – Symbol für Dienst, Glauben und das Tragen der Lasten der Welt.
4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
Auf dem Kreuzweg voller Schmerz und Demütigung trifft Jesus auf Maria. Der Blick, den sie austauschen, ist voller stiller Liebe, Mitgefühl und geteiltem Leid. Die Mutter wird von den Frauen neben ihr gestützt, doch ihr Herz ist gebrochen. In diesem Moment erfüllt sich die Prophezeiung Simeons – auch ihre Seele wird von einem Schwert des Schmerzes durchbohrt. Trotzdem bleibt sie nahe, treu bis zuletzt.
5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
Jesus ist erschöpft, und die Soldaten zwingen Simon von Cyrene, ihm beim Tragen des schweren Kreuzes zu helfen. Simon zögert zuerst, tritt dann aber hinzu und stützt die Last des Kreuzes. Diese Szene trägt die Botschaft, dass Christi Kreuz nicht allein ihm gehört – jeder von uns ist aufgerufen, seinen Anteil daran zu tragen, mit ihm und für andere.
6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Mitten in der Menge und Gewalt tritt Veronika hervor, eine mutige Frau. Sie nähert sich Jesus und reicht ihm ein Tuch, um sein Gesicht abzuwischen. Diese kleine Geste des Mitgefühls besitzt große Kraft. Der Überlieferung nach prägte sich Jesu Gesicht auf das Tuch, als Zeichen, dass die Liebe niemals ohne Antwort bleibt. Veronika lehrt uns, dass auch in der Dunkelheit das Licht der Güte leuchten kann.
7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal
Jesus fällt erneut zu Boden, geschwächt von Schmerz und der Last des Kreuzes. Die Soldaten zerren ihn hoch und treiben ihn weiter voran, doch sein Körper trägt kaum noch die Last. Dieser zweite Fall zeigt, wie schwer es ist, immer wieder aufzustehen, wenn man Schwäche erleidet. Doch Jesus gibt den Weg der Liebe nicht auf und erhebt sich erneut, um seine Mission zu vollenden.
8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen Jerusalems
Aus der Menge wenden sich weinende Frauen an Jesus, die nicht aus Hass oder Angst, sondern aus Mitgefühl weinen. Jesus wendet sich ihnen zu und sagt: „Weint nicht über mich, sondern über euch selbst und eure Kinder.“ Seine Worte sind keine Vorwürfe, sondern ein Aufruf zur Umkehr. Selbst im Schmerz bleibt Jesus Lehrer, der an andere denkt.
9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal
Jesus ist fast am Ziel, doch sein Körper hat keine Kraft mehr. Er fällt zum dritten Mal, völlig erschöpft. Die Soldaten treiben ihn erbarmungslos weiter. Dieser Fall zeigt äußerste menschliche Schwäche, aber auch Unbeugsamkeit des Geistes. Jesus gibt nicht auf, er erhebt sich aus dem Staub, denn er weiß, dass sein Opfer Sinn hat. Jeder Schritt trägt unsere Hoffnung.
10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
Auf dem Gipfel von Golgatha reißen die Soldaten Jesus die Kleider vom Leib. Damit verletzen sie seinen geschundenen Körper erneut und berauben ihn der letzten Würde. Jesus steht entblößt vor der Welt, gedemütigt und doch völlig ergeben. Dieser Augenblick zeigt die völlige Hingabe seiner selbst – er behält nichts, er gibt alles.
11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt
Jesus liegt am Boden, Arme ausgebreitet, bereit zur Kreuzigung. Die Soldaten schlagen ihm ohne Erbarmen Nägel in Hände und Füße. Der Schmerz ist unerträglich, doch Jesus leistet keinen Widerstand. Still nimmt er diese letzte Demütigung an. Im Hintergrund beobachten Menschen die Szene – manche mitfühlend, andere gleichgültig. In diesem Moment wird das Kreuz zum Opferaltar, von dem die Hoffnung für die ganze Welt ausgeht.
Statue des Guten Hirten
Stefans Statue des Guten Hirten aus dem Jahr 1950 auf der Kirchenfassade zeigt Christus („Ich bin der gute Hirte“), eine der ältesten christlichen Darstellungen.
Orantenstatue
Diese frühchristliche Symbolfigur einer betenden Frau wurde ebenfalls von Bedřich Stefan im Jahr 1971 geschaffen.
Madonnenstatue
Die unvollendete Madonna mit Kind wurde 1983, ein Jahr nach dem Tod ihres Schöpfers Bedřich Stefan, über dem Haupteingang angebracht.





